Rigaer Straße 7771 B
Rekonstruktion des öffentlichen Raumes

24. 8. – 9. 10. 2007 | Vorlauf
12. 1. – 14. 12. 2007 | Hauptrunde
18. 12. 2007 – 23. 3. 2008 | Überhauptrunde

Artist in Residence
collec.tif (ab 18. 9. 2007)
el bocho (ab 2. 10. 2007)
Bernhard Zimmermann (ab 3. 10. 2007)


Den öffentlichen Raum gegen die herkömmlichen Präsen­tations­flächen der Kunst einzutauschen ist in dieser Zeit äußerst beliebt. Theater auf der Strasse, Konzerte in alten Industrieanlagen und nicht zuletzt Kunst an Hauswänden sind verbreitete Formen Kunst aus dem herkömmlichen Kontext zu lösen.

Antje Øklesund verbindet mit der kommenden Aus­stellung Kunst und öffentlichen Raum auf umgekehrtem Weg. Ein Großstadtszenario wird mit unterschiedlichen Mitteln in die Galerie gebaut: Ein Kiosk bildet den Versammlungs­mittelpunkt für das Publikum, die Bands spielen nicht vor einer Bühne sondern vor bzw. hinter der Hauswand eines besprühten und beklebten Ladenlokals, durch die beleuchteten Guckkästen werden gleichsam durch die Wand der Galerie Einblicke in Wohnungen ermöglicht und schließlich ist am Boden und auf den Wänden die Topographie eines Stadtraumes angedeutet – reale Gegenstände wie Mülleimer Bordsteinkanten oder Stehtische repräsentieren neben Klebebildern in Streetart-Ästhetik, einen fiktiven Stadtraum.

Diesem fiktiven Stadtraum ist die genaue Rekonstruktion einer Straßen­ecke aus der nähren Umgebung vorangestellt. Sie schließt die Bühne fast vollständig ein, so dass die Sicht auf die Musiker deutlich eingeschränkt ist. Der Stadtraum schiebt sich damit sichtbar in die musikalischen Vorgänge der Galerie.
An der realen Haus­wand (Simplonstraße Ecke Gabriel-Max-Staße) werden parallel zu den Aktionen auf der nachgebauten Haus­wand Aktionen stattfinden, die mit den musikalischen Prä­sen­ta­tio­nen in der Galerie in Verbin­dung stehen. Im 2-Wochen- Rhytmus werden Künstler die Original­wand mit Bildern und die Nachbau­wand mit 1:1-Silhouetten dieser Werke bekleben.

Somit holen wir nicht nur die Straße in die Galerie, sondern tragen die Galerie auch auf die Straße. Wie der Graffiti­künstler versucht, sich bemerkbar zu machen, so versucht der Club sich aus seiner räumlichen Begrenzung zu befreien und mehr zu sein als nur Plattform für Darbietungen – will selbst Darbietung sein. Darüber hinaus ist eine Video-Übertragung des jeweils aktuellen Zustandes der Original-Wand in das Antje Øklesund geplant*. Wir schaffen eine Kommunikations-Schleife. Eine Spirale aus Kunstraum und Stadtraum.

 

[Konzept, Planung, Ausführung]
Antje Øklesund

Das Prinzip des Artist in Residence (AiR)

Zur aktuellen Ausstellung Rigaerstraße 7771 B findet eine Spezialaktion statt, bei der verschiedene Künstler (AiR) Arbeiten aus Papier und Kleister an der Hauswand Simplonstraße Ecke Dirschauer Straße, sowie an der Nachbau-Wand im Antje Øklesund anbringen.

Die Künstler werden über einen Zeitraum von jeweils zwei Wochen eingeladen, sich die Veranstaltungen im Antje Øklesund anzusehen.
Sie sollen die musikalischen Darbietungen, das Publikum und den Laden beobachten, um daraus ihre jeweiligen Installationen zu entwickeln, die nach dem Ablauf der zwei Wochen an der Originalwand entstehen sollen. An der Wandrekonstruktion werden dieselben Werke als weiße Silhouetten zu sehen sein.

Mit dem Ende der Ausstellung wird unsere Nachbauwand weiß und der entsprechende Ausschnitt der Originalwand wieder bunt.